Besser im Team – Warum der Mitarbeiterpool ein Effektivitätskiller ist

In den Monaten nach der Reorganisation häufen sich die Konstruktionsfehler. Der Entwicklungsleiter bekommt einen Anruf vom Kunden: Was ist denn bei Euch los? Können eure Konstrukteure plötzlich nicht mehr konstruieren? Ihr wart in unserem Haus mal bekannt für Eure guten, durchdachten Designs. Das ist jetzt seit einigen Monaten vorbei. Der Entwicklungsleiter ist ratlos, wollte er doch mit der Einführung eines Pools die Effizienz seiner Konstrukteure erhöhen. Jetzt tritt genau das Gegenteil ein.

Ist Bündelung der Ressourcen in einem Pool nicht effizienter?

Vorher waren die Konstrukteure den Entwicklungsteams fest zugeordnet. Es bestand der Verdacht, dass die Konstrukteure in den Teams nicht immer ausgelastet waren. Also beschloss der Entwicklungsleiter, die Konstrukteure in einem Pool zu bündeln und bei Bedarf an die Teams auszuleihen. Ein Pool-Manager soll dafür sorgen, dass alle Konstrukteure immer effizient eingesetzt sind. Effizient vielleicht, aber nicht effektiver.

5 Gründe, warum echte Teamarbeit der größte Hebel für Effektivität ist

Flusseffizienz vor Ressourceneffizienz

In den Flow kommen. Das ist für viele der Inbegriff effizienter und effektiver Arbeit. Und es stimmt auch. Wer es erlebt, der bestätigt es. Aber was ist nötig für Flow? Vor allem dranbleiben an einer Aufgabe, am besten mehrere Tage. Denn dann beschäftigt sich auch der ruhende Geist weiter mit dem Thema. So entstehen kreative Gedanken. Die besten Ideen kommen beim Joggen oder unter der Dusche. „Dranbleiben“ kann der Konstrukteur im Pool nicht. Er arbeitet heute an einem Projekt, morgen am nächsten. Der Bezug geht verloren.

Die geistige Rüstzeit wird unterschätzt

Sich immer wieder in neue Arbeitsinhalte einzuarbeiten, kostet Zeit. Mitarbeiter in einem Pool kennen das, denn es ist ihr tägliches Brot. Kann es effektiv sein, wenn der Konstrukteur in unserem Beispiel sich jedes Mal erst in ein neues CAD-Modell einarbeiten muss? Natürlich nicht. Und hier entstehen Fehlerquellen. Beides sind Effizienz- und Effektivitätskiller.

Motivation: Es muss Sinn machen

Für den Kundenauftrag kämpfen, oder die Extrameile zu gehen, um das Produkt doch noch pünktlich auf die Straße zu bringen. Teil eines Teams zu sein, das an einem gemeinsamen Ziel arbeitet, macht Spaß und setzt enorm viel Energie frei. Mitarbeiter in einem Pool hingegen werden von einer Aufgabe in die nächste geschickt. Der übergeordnete Sinn geht verloren, Motivation: Fehlanzeige.

Die Bürokratie steigt

Natürlich will ein Pool organisiert sein. Anfragen für Mitarbeiten wollen bearbeitet werden, Arbeitsstunden werden geschrieben und abgerechnet. Vielleicht werden Kennzahlen ermittelt, um Effizienz nach außen zu zeigen. Dient das dem Unternehmensziel? Vielfach nicht und es frisst die vermeintlichen Effizienzgewinne auf.

Selbstorganisation und Mitarbeiterpool – Ein Widerspruch

Inzwischen ist es Allgemeingut: Ein Team von Spezialisten organisiert sich am besten selbst. Wer sonst sollte dem Team vorschreiben, wie es seine Aufgaben am effektivsten löst und wo es die Prioritäten setzt? Nur steht das im Widerspruch zur Poolorganisation. Wenn das Team erst über den effektivsten Weg mit dem Pool-Manager diskutieren muss, kann von Selbstorganisation keine Rede sein.
Effektive Teams sind selbstorganisiert. Selbstorganisation funktioniert nicht im Mitarbeiterpool. Deshalb unsere Empfehlung: Glauben Sie nicht an die Effizienzgewinne der Poolorganisation. Steigern Sie vielmehr die Effektivität durch echte selbstorganisierte Teams!

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